RÜCKKOPPLUNGEN



Anita Šurkic

Anita Šurkić wurde 1975 in Sarajevo (Bosnien Herzegowina) geboren. 2001-2007 studierte sie Malerei und Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenen Kunste in Zagreb (Kroatien). Seit 2009: Studium am Masterstudiumgang Kunst im Kontext an der Udk Berlin. Anita Surkic ist Stipendiatin der Rosa Luxemburg Stiftung.

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Anja Winter

*1963 in Dorsten (NRW)
1996:  Studienabschluss „Magistra Artium” in den Fächern Vergleichende Religionswissenschaft, Indologie und Orientalische Kunstgeschichte an der Universität Bonn. 2000-2002: wissenschaftliches Volontariat am Museum für Indische Kunst, Berlin mit dem Schwerpunk Blindenführungen aufgrund der eigenen Betroffenheit. Seit 2002: freie Museumspädagogin und Kunstvermittlerin für Blinde und Sehbehinderte an verschiedenen Berliner Museen mit plastischen Sammlungen sowie in temporären Sonderausstellungen für Kulturprojekte Berlin gGmbH.

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Birgit Binder

Birgit Binder mit Kollegen arbeitet unter dem Label Varsity of Maneuvers, dass 2007 in Grossbrittanien gegründet wurde. Birgit ist eine Künstlerin, die draußen arbeitet. Ihre ästhetische Praxis setzt sich vorwiegend aus ortsspezifischen Recherchen, lernen, kartieren und Sport treiben zusammen: in der Stadt, zu Land, zu Wasser und auf Felsen.

Die Zusammenarbeit mit Menschen aus verschiedenen Fachgebieten, wie auch eine gemeinsame intellektuelle und sinnliche Auseinandersetzung mit der Umwelt ihrer Projekte sind fester Bestandteil ihrer Arbeit.

Infos zu Varsity of Maneuvers: www.vofm.blogspot.com

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Dejan Markovic

Dejan Markovic wurde 1983 in Serbien geboren. 2007 erhielt er sein Diplom in Wandmalerei an der Fakultät für angewandte Künste, UdK Belgrad. Seit 2008 Masterstudium am Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin mit dem Schwerpunkt Interventionen im öffentlichen Raum. Regelmäßige Teilnahme an internationalen Ausstellungen und künstlerischen, kuratorischen und Vermittlungs-Projekten. Dejan Markovic arbeitet interdisziplinär, er lebt und arbeitet in Berlin.

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Dirk Sorge

Dirk Sorge (geboren 1984) lebt und arbeitet in Berlin.
Er studiert Bildende Kunst an der UdK in der Fachklasse von Lothar Baumgarten und Philosophie an der TU Berlin.
Dirk Sorge beschäftigt sich praktisch und theoretisch mit Fragen der Wahrnehmung, sowie mit dem Verhältnis von Kunst zu Popkultur, Wissenschaft und Technik.

www.dirksorge.de

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Katja Sudec

Katja Sudec wurde 1979 in Slowenien geboren. 2000–2006 war sie freie Mitarbeiterin am Institut für Kunst und Bildung Ljutomer, Slowenien. Seit 2006 entwickelt sie Kunstvermittlungsprogramme für/an unterschiedlichen Institutionen, z.B. Institut für Ausbildung Janez Levec, Ljubljana, Slowenien und Arbeitskreis “dabei” des Lokalen Bündnis für Familie Schwerte. Sie war beteiligt an den Projekten „Collecting Sarajevo“, Institut Kunst im Kontext, Museumsakademie Joanneum in Graz (Österreich) und Goethe-Institut Sarajewo (Bosnien-Herzegowina) (2008-09); “2+1″, HGB Leipzg (2010), “A/ DO/PT ART Moscow Young Art Biennale” (2010), “Costruct-Constructed”, Rundgang September 2010, Baumwollspinnerei, Universal Cube, Halle 14, Leipzig (mit Naomi Hennig). Katja Sudec graduierte 2007 in Malerei (MFA) an der Kunstakademie Ljubljana. 2007-08 studierte sie mit einem DAAD-Stipendium an der HGB Leipzig, seit 2008 im Masterstudiengang am Institut für Kunst im Kontext, Universität der Künste Berlin. Katja Sudec hält Vorlesungen und Workshops an der Universität in Ljubljana, Faculty of Education (2010).

http://www.galerie-t40.de/index2.html

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Mein lokales Modell

Im Projekt Mein lokales Modell wird eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern künstlerische Abbildungsweisen ihrer eigenen Wirklichkeit erarbeiten und sie im Vergleich zum Architekturmodell des Bezirks Kreuzberg im Kreuzberg Museum und seinen historischen Dokumenten betrachten und diskutieren. Anschließend werden diese Wirklichkeitsabbildungen in das Modell eingefügt. Die Ergebnisse des Projekts werden im Kreuzberg Museum in einer Ausstellung präsentiert.

Eröffnung: 2.7.2010, 17 Uhr, Ausstellung: 3.7.-1.8.2010; Öffnungszeiten: Mi bis So, 12-18 Uhr

Mein Lokales Modell ist ein Satellitenprojekt der KünstlerInnen Oscar Ardila und Katja Sudec in Zusammenarbeit mit SchülerInnen der Nürtingen-Grundschule in Berlin-Kreuzberg.

Ort: Kreuzberg Museum
Adalbertstraße 95, 10999 Berlin
www.kreuzbergmuseum.de



Oscar Ardila

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Silja Korn

Silja Korn ist am 18.01.66 in Berlin geboren, ist verheiratet und hat ein Kind. Sie ist stattlich geprüfte Erzieherin. Schon in Ihrer Kindheit malte sie gerne. Durch einen Autounfall mit 12 Jahren erblindete Sie völlig. Seit 2007 malt sie wieder mit Leidenschaft .

www.siljakorn.de

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Susann Bartsch

Susann Bartsch, 1970 geboren, Designerin und seit 2009 Master of Art in Context, seit 2007 als Kunstvermittlerin im Bereich der kulturellen Bildung tätig.

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Visionsbox

Im Projekt Visionsbox werden Schülerinnen und Schüler zu „Wirklichkeitsdetektiven“. Sie untersuchen Kunstwerke der 6. Berlin Biennale und anschließend die verschiedenen Realitäten des eigenen Stadtviertels mit dem Ziel, Veränderungsmöglichkeiten aufzuspüren. Die Ergebnisse dieser ästhetischen Recherche werden in „Visionsboxen“ inszeniert. Diese werden im Kreuzberg Museum in einer Ausstellung präsentiert.

Eröffnung: 2.7.2010, 17 h, Ausstellungsdauer: 3.7.-1.8.2010; Öffnungszeiten: Mi bis So, 12-18 h

Visionsbox ist ein Satellitenprojekt der KünstlerInnen Susann Bartsch und Anita Šurkić in Zusammenarbeit mit SchülerInnen der Nürtingen-Grundschule in Berlin-Kreuzberg.

Ort: Kreuzberg Museum
Adalbertstraße 95, 10999 Berlin
www.kreuzbergmuseum.de



Werkzeug Wahrnehmung – Ein Spaziergang zwischen Führung und Eigenversuch

von Birgit Binder und Jovana Komnenić in Zusammenarbeit mit Silja Korn, Dirk Sorge und Anja Winter

Ein etwa 1,5stündiger Spaziergang mit sehbehinderten und sehenden Künstlerinnen und Künstlern, der durch Gespräche und praktische Aufgaben zu den Werken der 6. Berlin Biennale und in den Kreuzberger Kiez führt Das Projekt geht von der Idee der Wahrnehmung als Werkzeugkasten aus, aus dem häufig ausschließlich die bekannten Werkzeuge genutzt werden, um die Welt zu konstruieren und sich in ihr zu orientieren. Die Frage nach der Wirklichkeit führt in diesem Projekt zurück zur persönlichen Wahrnehmung.

Termin:  2.7.2010, 16 Uhr

Teilnahme: 2,50 EUR, Anmeldung: visit@berlinbiennale.de Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Treffpunkt: Dresdener Straße 14

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Werkzeug Wahrnehmung. Ein Kiezgespräch

Das Projekt Werkzeug Wahrnehmung: Ein Spaziergang mit sehbehinderten und sehenden KünstlerInnen und KunsvermittlerInnen, der durch Gespräche und praktische Aufgaben zu den Werken der 6. Berlin Biennale und in den Kreuzberger Kiez führt. Das Projekt geht von der Idee der Wahrnehmung als Werkzeugkasten aus, aus dem häufig ausschließlich die bekannten Werkzeuge genutzt werden, um die Welt zu konstruieren und sich in ihr zu orientieren. Die Frage nach der Wirklichkeit führt in diesem Projekt zurück zur persönlichen Wahrnehmung.
Werkzeug Wahrnehmung ist ein Satellitenprojekt der KünstlerInnen Birgit Binder und Jovana Komnenić in Kooperation mit Silja Korn, Dirk Sorge und Anja Winter

Kiezgespräch mit den KünstlerInnen und KunstvermittlerInnen Silja Korn, Dirk Sorge und Anja Winter, die die Ausstellung nicht in erster Linie mit den Augen sehen.

Moderation Birgit Binder und Jovana Komnenić
Ort: Raum der Satellitenprojekte
Dresdener Straße 14, 10999 Berlin
Zeit: 19-20 h

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Zu den Satellitenprojekten

Ein Teil der Kunstvermittlung der 6. Berlin Biennale fand in Form von so genannten Satellitenprojekten statt, die im Rahmen eines Seminars von Claudia Hummel im Masterstudiengang ‚art in context’ am Institut für Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin von dort studierenden KünstlerInnen entwickelt wurden. Fünf Projekte umkreisten die 6. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, empfingen und reflektierten ihre Botschaften und sendeten Reaktionen zurück. Ihr Ziel war, die Ausstellung aus lokaler und individueller Perspektive zu betrachten, zu erproben, zu befragen und auch gegenzulesen.

Wie wirkt eine Ausstellung in einem spezifischen lokalen Kontext? Wie nah an der eigenen Lebenswelt ist das, was in der Ausstellung gezeigt wird, und wie relevant sind die künstlerischen Arbeiten für die Situation am Ort, für die Menschen, die hier leben?

Verändert sich die lokale Perspektive nach einer Begegnung mit Werken der Ausstellung? Oder sind die Inhalte der Ausstellung im Gegensatz zu dem, was sie an Kaufkraft, Wertsteigerung und Aufregung ins Stadtviertel bringt, eher irrelevant? Die Satellitenprojekte suchten nach lokalen Resonanzen und machen eine Art reality-check mit einer Ausstellung, die nach der Wirklichkeit fragte.

Die KünstlerInnen Oscar Ardila, Susann Bartsch, Birgit Binder, Jovana Komneni´c, Anita S˘urki´c , Katja Sudec und Valentina Sartori arbeiteten dabei mit lokalen KooperationspartnerInnen. Zur Mitarbeit eingeladen waren u.a. SchülerInnen der Nürtingen-Grundschule in Berlin Kreuzberg aufgrund ihrer lokalen Expertise. Für eine aktuelle Bestandaufnahme ihres Lebensraums fotografierten sie denselben im Projekt „Mein lokales Modell“ von Oscar Ardila und Katja Sudec, collagierten unter Verwendung von Material von KünstlerInnen der 6. Berlin Biennale wie Michael Schmidt und brachten diese neuen Bildwerke in ein städtebauliches Modell des Stadtviertels im Kreuzberg Museum ein. Ihre Visionen für den Stadtteil formulierten SchülerInnen zusammen mit Susann Bartsch und Anita S˘urki´c in so genannten „Visionsboxen“, modellhaft eingerichteten Pappboxen, die durch einen Türspion eingesehen werden konnten. Von öffentlichen Boxkämpfen über den Himmel voller rosa Wolken bis hin zu hungernden Katzen und einer Gesellschaft, die fernsehsüchtig geworden war, reichte das Spektrum der Blicke nach vorn. Auch diese Einblicke wurden in Form einer Ausstellung im Kreuzberg Museum präsentiert.

Mit einem Fokus auf Kunstbetrachtung, Wahrnehmung und daraus resultierender Wirklichkeitskonstruktion beschäftigten sich die Projekte „Werkzeug Wahrnehmung“ und „With re(guards)“. Birgit Binder und Jovana Komneni´c kooperierten mit den KunstvermittlerInnen und KünstlerInnen Anja Winter, Dirk Sorge und Silja Korn, aufgrund ihrer spezifischen Perspektive auf die Ausstellung, weil sie diese nicht mit den Augen sehen konnen. Es entstanden gemeinsam erarbeitete performative Spaziergänge rund um den Oranienplatz und in der Ausstellung für Schulklassen und auch ein interessiertes erwachsenes Publikum, welche sich zwischen Führung und Eigenversuch den Werkzeugen unserer Wahrnehmung widmeten.

Valentina Sartori hingegen hatte sich jenen Personen zugewendet, die die Ausstellung überdurchschnittlich lange betrachteten, den Aufsichtkräften (guards). Diese setzen sich aus Studierenden unterschiedlicher Fachbereiche zusammen, die auf der Basis ihrer „Langzeitrezeption“ aufgefordert waren, eigene dingliche Kommentare zu Werken und Situationen der Biennale zu erstellen. Performatve Interventionen, künstlerische Installationen „von Kunst aus“ sowie kritische Kommentare zu den Arbeitsbedingungen einer Aufsichtskraft wurden so, inspiriert von künstlerischen Arbeiten der Biennale, formuliert.

Eine Fortsetzung von Kunst beinhaltete auch das fünfte Projekt „Resonanzessen“. In Kreuzberg wohnende Personen waren zu Abendessen eingeladen, welche sich geschmacklich und formal auf eine künstlerische Arbeit der Ausstellung bezogen. Katja Sudec, die Initiatorin des Projekts, versuchte so Gespräche über Kunst durch eine synästhetische Übersetzung zu unterstützen.

Dokumentiert und vorgestellt wurden diese individuellen Reflexionen und auch dinglichen Kommentare zur Ausstellung in einem ehemaligen Ladenlokal in der Nähe des Kreuzberger Ausstellungsortes, der für die Dauer der Biennale zum Raum der Satellitenprojekte geworden war.

Ergänzt wurden die in den Projekten formulierten Perspektiven durch eine Reihe von „Kiezgesprächen“, die ebenfalls von KünstlerInnen des Instituts für Kunst im Kontext organisiert und moderiert wurden. Zu diesen wurden Kreuzberger Initiativen eingeladen, die Biennale zu besuchen, um anschließend in einem öffentlichen Gespräch das Gesehene und Erfahrene mit ihren eigenen Perspektiven zu kommentieren und eventuell auch gegenzulesen.

U.a. Mitglieder und Freunde des Vereins Amarodrom e.V., einer Initiative junger Sinti und Roma, sowie einige AktivistInnen der Regenbogenfabrik diskutierten so über Werke von Markus Geiger, Adrian Lohmüller, Petrit Halilaj, Hans Schabus und stellten diese Werke und Beobachtungen ihren eigenen Haltungen und Erfahrungen z.B. über die Unverletzlichkeit des Hauses, das Leben ohne Duldungsstatus, die Instandbesetzungen von Kreuzberger Immobilien und den eigenen Ideen für ein dringend anstehendes gesellschaftliches Umdenken gegenüber.

Die Satellitenprojekte, gefördert vom Projektfonds Kulturelle Bildung, der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung Brandenburger Tor stellten so eine Möglichkeit her, Formate experimenteller, künstlerischer Kunstvermittlung zu erproben. Einige der gemachten Erfahrungen werden nun von den beteiligten KünstlerInnen im Rahmen ihrer Masterarbeiten reflektiert.

Claudia Hummel, Stand 4.10.2010