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Das Neue denken – Diskurs der Felder

15.00–16.00 Uhr: Podium 2

Im Zentrum des Gesprächs stand der Begriff der kulturellen Bildung in Theorie und Praxis im Kontext von Partizipation und Empowerment. Vertreterinnen und Vertreter der Felder Verwaltung und Politik, Pädagogik, Theorie, Kunstvermittlung und Kunst untersuchten Möglichkeiten kultureller Praxis im Hinblick auf die Zukunft von Veränderungen gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Ort: Ballhaus Naunynstraße, Naunynstraße 27, 10997 Berlin

Ein Zusammenschnitt des Podiums 2 ist hier zu sehen.

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Das Neue denken – Diskurs der Felder

Ein Unbehagen im Umgang mit dem Begriff „Kulturelle Bildung“ war bereits in den vorangegangenen Gesprächsrunden geäußert worden. In den 1960er Jahren hatte der Begriff „Kulturelle Bildung“ die „Musische Bildung“ ersetzt, um so der Erweiterung des Kulturbegriffs und der kulturellen Aktivitäten besser zu entsprechen. Über seine Aktualität nachzudenken macht heute Sinn, zumal sich die Praxis der letzten Jahre zunehmend mit partizipativen Strategien ganz neue Formen der Teilhabe erprobt. Die GesprächsteilnehmerInnen nahmen in ihren Beiträgen Konkretisierungen und Differenzierungen vor, die für die Verwendung des Begriffes Kulturelle Bildung und für das Agieren in der Praxis in jeder Beziehung hilfreich waren, auch wenn kein neuer Begriff gefunden wurde. Schon immer sei es darauf angekommen, an den Interessen der Beteiligten anzusetzen und zu reflektieren, in welchen Kontexten sie leben und agieren. Auch sei es notwendiger denn je, die kulturelle mit den sozialen, ökologischen und politischen Ebenen zu vernetzen. Es müsse zudem eine kritische Praxis gewährleistet werden, die bewusstes „ver-lernen“ auslösen könne, um auch die Provokation, die Irritation, die Unterbrechung als Bildungsprinzip mitzudenken. Sowohl Bildung als auch Kultur seien gesellschaftsimmanente Widerspiegelungen von bürgerlichen Interpretationen, ethnischen Zuschreibungen u.a.m. Die Begriffe müssten daher politisiert werden, um ihre Funktionen kritisch zu analysieren und sie mit anderen Inhalten zu füllen.
Alle TeilnehmerInnen der Runde betonten, dass es um die Initiierung offener Prozesse gehe, in denen ein gleichberechtigtes Verhandeln stattfinde und Unerwartetes zugelassen werde. Kunst sei als Erfahrung von Differenz und einer anderen Sichtweise unersetzlich und unverzichtbar.

Leonie Baumann