Filmscreening « Rückkopplungen


RÜCKKOPPLUNGEN



*Filmscreening zu partizipativen Kunstprojekten und Projekten künstlerischer Kunstvermittlung

Die ausgewählten Filmbeiträge zeigten Kunstproduktionen und Dokumentationen aus den Bereichen der partizipativen Kunst und der künstlerischen Kunstvermittlung. Die vielschichtigen Beiträge lenkten den Blick auf Autorenschaften und auf die Aspekte von Wirklichkeit und ihrer Neu-Gestaltung, welche speziell mit filmischen Mitteln transportiert werden können. Die Filme wurden von Mona Jas ausgewählt und vorgestellt. Zu den ersten beiden Filmbeiträgen waren die Künstlerinnen und Künstler persönlich anwesend und konnten im Dialog mit dem Publikum zu Fragen von Produktionsbedingungen, Ideenfindung und Rezeption ihrer Arbeit Stellung beziehen.

1. Eva Hertzsch & Adam Page mit Schülerinnen und Schülern der Heinrich-
Heine- und der Albert-Schweitzer-Oberschule
in Berlin-Neukölln:
“Stadtbezirk einmal anders”, 2009, 18:20 min.

2. Nachrichten aus der Naunynstraße der akademie der autodidakten am Ballhaus Naunynstraße, Paten Ayhan Sönmez & Veronika Gerhard:
“Kiezmonats-show vol.6”, 2010 50:00 min
Mit: Sed Al Kaiyat, Yusuf Aksu, Musa Arzuev, Hüseyin Beyazdag, Bigi, Abed El Hassan, Esen, Meliha Fuchs, Gülcan, Christof Haynes, Rafael Kamberi & Freund, Tobias Lübbert, Mine, Sebastian Mohr, Ezgi Özcan, Jennifer Rastdorf & Kim, Franziska Ricks, Sebastian Schreiner, Gino Satorius, Sasun Sayan, Sirin Gercek, Yildiz Tezcan, Martin Wehlen

3. Stella Geppert:
“Parasitäre Verhältnisse und Dialoge”, Dokumentarfilm zur Installation 2002, 10:00 min

4. Amaro Drom e. V.:
“Du bist Duldung”, 2009, 1:48 min
“Antiziganismus”, 2009, 0:47 min
“Was ist Heimat?” Kettenduldung, 2009, 5:17 min

5. StreetUniverCity Berlin e. V. (SUB):
Dokumentation, 2009 15:00 min

6. Seçil Yaylalı:
“Let’S”, 2010, 10:00 min

7. Johannes Burr:
“Kredit 1#”, 2006, 26:00 min
Mit: Luca Mariani, Sara Piazza, Jana gross, Jördis Jung, Lena Pegel, Lisa Pegel und Ronny Fonfara

Ort: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. (NGBK), Hof und 1. OG., Oranienstraße 25,
10999 Berlin



1. Stadtbezirk einmal anders – Eva Hertsch & Adam Page, 2009

"Entscheidungsträger auf dem Golfplatz"

STADTBEZIRK EINMAL ANDERS ist eine von Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Heine- und Albert-Schweitzer-Oberschule in Berlin-Neukölln produzierte Polit-Talkshow. Das Motto der Talkshow “Die Entscheidungsträger der Zukunft sind Neuköllner” deutet den unglücklichen Spruch “Der Meister der Zukunft ist ein Türke” vom Präsidenten des Deutschen Handwerks vom Feb. 2009 um. Im Rollenspiel als Gäste der Talkshow ziehen die Schülerinnen und Schüler Konsequenzen aus den gesellschaftlichen Bemühungen um Begriffe wie “Integration” und “Partizipation” und eignen sich die Rollen der EntscheidungsträgerInnen an. Vor dem Hintergrund ihrer ausgedachten Berufslaufbahnen diskutieren sie Themen wie Gleichberechtigung, Kinder & Beruf, Kunst & Öffentlichkeit, Arbeit & Hartz IV und Studium & Praxis.

Online-Film unter www.kanal44.de/politik.php, 18:20 Min.

Co-Produktion von Djehad Abou-Al Ward, Mohammed Achour, Halil Altundas, Cüneyd Arslan, Oguzhan Cakar, Berkan Cengel, Hadi Chehab, Alexandre Decoupigny, Melike Demirtas, Pascal Eichhorst, Rozan El-Mustapha, Ulfat El-Noumairi, Samia Faour, Ezgi Güler, Ivan Guzda, Ute Harzbecker, Eva Hertzsch, Mehmet Köse, Yildiz Konak, Sandra Krebs, Halil Micik, Marina Neumann, Büsra Özdöngül, Okan Özkan, Adam Page, Cansu Peköz, Flora Rahmani, Hanan Ramadan, Anke Reutter, Barbara Sanwald, Tanja Schomaker, Goran Stankovic, Thien Tranh Trinh, Mario Vasic, Emily Völker, Murat Yildirim und Özgür Yola.

Im Rahmen des Kunstprojekts “Die Entscheidungsträger der Zukunft sind Neuköllner” von Eva Hertzsch und Adam Page mit den Klassen 9a, b, c der Heinrich-Heine-Oberschule und der Klasse 8b der Albert-Schweitzer-Oberschule in Berlin-Neukölln von März bis Juni 2009.

Dank an: Betriebsrat der LandesBank Berlin “LBB”, Deutscher Gewerkschaftsbund “DGB”, FUSION – Intercultural Projects Berlin e.V., Gewerkschaft der Polizei “GdP”, Haus des älteren Bürgers gGmbH, Heimathafen e.V., Arnold Mengelkoch (Migrationsbeauftragter Bezirk Neukölln), Neukölln.TV, Temporäre Kunsthalle Berlin und Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft “Ver.di”

Gefördert durch: Ein Quadratkilometer Bildung, Campus Rütli, Senatsverwaltung Berlin, Lokales Soziales Kapital und ESF

Ort: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. (NGBK), Hof und 1. OG
Zeit: 20 – 22.30 Uhr
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2. Kiez-Monatsshow: Nachrichten aus der Naunynstraße

akademie der autodidakten Volume VI

von und mit Jugendlichen aus dem Naunynkiez

Ausgehend von der lokalen Verortung in der Naunynstraße in Kreuzberg, die im Mediendiskurs als sozialer Brennpunkt gilt, diskutieren Jugendliche Alltagsthemen sowie politisch brisante Ereignisse im Kiez, die sie selbst betreffen. Ausgestattet mit Kamera und Mikrofon, sammeln sie eigenständig das Material für ihre Filmbeiträge. Die Jugendlichen produzieren Nachrichtensendungen und konfrontieren uns mit ihrer Sicht auf die Dinge.

In der 6. Ausgabe der Kiez-Monatsschau werfen die Jugendlichen einen Blick auf Regeln und Gesetze. Dabei gehen sie der Frage nach, welche Regeln und Gesetze es überhaupt gibt, welche Funktionen sie haben und ob und warum sie und andere sie befolgen. Woher kommen Regeln und Normen und welche gibt es? Wer macht sie? Wann gelten sie und für wen? Wie ändern sie sich? Welche eigenen Regeln hat man und was passiert wenn man sie bricht? Oder sind Regeln zum brechen da?

Die Paten: Ayhan Sönmez & Veronika Gerhard

Mit: Sed Al Kaiyat, Yusuf Aksu, Musa Arzuev, Hüseyin Beyazdag, Bigi, Abed El Hassan, Esen, Meliha Fuchs, Gülcan, Christof Haynes, Rafael Kamberi & Freund, Tobias Lübbert, Mine, Sebastian Mohr, Ezgi Özcan, Jennifer Rastdorf & Kim, Franziska Ricks, Sebastian Schreiner, Gino Satorius, Sasun Sayan, Sirin Gercek, Yildiz Tezcan, Martin Wehlen
Ort: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. (NGBK), Hof und 1. OG
Zeit: 20 – 22.30 Uhr

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3. Beiläufig-hauptsächlich – Stella Geppert, 2002

Stella Geppert / Parasitäre Verhältnisse und Dialoge, 2002
Installation im U-Bahnhof Alexanderplatz U 2, Berlin,
25.01.2002 bis 25.06.2002, 62 Polster, Metallbänder, Lack, Maße variabel

Während eines Zeitraumes von zwei Wochen beobachtete ich die Passanten auf dem Bahnsteig Alexanderplatz U2 und deren Verhaltensweisen innerhalb der Bahnhofsarchitektur. Die Orte, die beiläufig und kurzfristig ohne bestimmte Belange genutzt werden, faszinierten mich. Sie können im Vorübergehen ohne körperliche Anstrengungen, durch einfaches „sich Anlehnen an“, erzeugt werden und wandeln sich in kürzester Zeit zu einem privaten Rückzugsort. Ich wollte diese Stellen der „beiläufigen Nutzung“ durch Anbringung von Polstern besonders hervorheben. Je nach beobachtetem Häufigkeitsgrad der Benutzung variieren die Polster in ihrer Polstergröße und -stärke. Ihre Oberfläche entspricht den üblichen BVG-Polsterbezügen, die sich farblich den rötlichen Tönen des Bahnhofs anpassen. In ihrer Gesamtheit bilden sie innerhalb des Bahnhofes ein eigenes, übergeordnetes System ungewöhnlicher „funktionaler Markierungen“.

Der künstlerische Eingriff (…) erweitert das Funktionsspektrum des U-Bahnsteiges auf Grundlage der realen Verhaltensweisen der Nutzer und unterlegt dem Raum eine neue Bestimmung durch die aktive Partizipation. Die Künstlerin agiert im Sinne der sich im Raum bewegenden Menschen. Sie schafft solcherart kleine Landeflächen, die zum temporären Verweilen einladen – aber auch ein Nachsinnen über die frequentierten Räume ermöglichen. Getarnt im rot-orange gemusterten Stoff der BVG werden die Polster zu potenziellen Zeitoasen, denn der Mensch wird, wenn er träumend auf dem Bahnsteig steht und nicht weiterfährt, zum Parasiten im System. In der Logik der Betreiber öffentlicher Funktionsräume sind alle jene störend, die den Raum anders als für die vorgesehenen Zwecke nutzen, nämlich als Wärmehalle, zum Betteln oder zum Straßenverkauf. Aus der Logik des Fahrgastes heraus ist die Sache diffiziler: Die meisten möchten den Raum so schnell wie möglich verlassen. Der künstlerische Eingriff, scheinbar im Dienste des Systems, thematisiert die Anwesenheit des Menschen innerhalb von Systemen, die ihn zunehmend als Störfaktor eliminieren. Er wirkt jedoch andererseits auch als Indikator, der die systematische Verknappung von Zeit als zunehmende Entfremdung vom Raum anzeigt.

Beiläufig–hauptsächlich, ist auf Anfrage der Akademie der Künste 2002
entstanden und wurde zur Langen Nacht der Akademie 2002 uraufgeführt.
Regie/Schnitt: Stella Geppert
Kamera/Ton: Grischa Schaufuss
Produktion/Design: Michael Fetzer
Konzeptionelle Mitarbeit: Klaus Gehre

Ort: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. (NGBK), Hof und 1. OG
Zeit: 20 – 22.30 Uhr

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4. Amaro Drom e. V.

Du bist Duldung, 2009, 1:48 min
Antiziganismus, 2009, 0:47 min
Was ist Heimat?, Kettenduldung, 2009, 5:17 min

Dokumentation der Jugendprojekte 2009 aus den gemeinsamen Workshops der Bundesjugendvernetzung Terne Sinti & Roma zu den Themen: Kultur und Identität, Vorbilder und Bildung, Sinti & Roma Geschichte und Antiziganismus, Empowerment junger Frauen, Bleiberecht und Dialog zwischen Sinti und Roma, voneinander lernen. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Erfahrungen die Jugendlichen mitbringen und wie und wo sie in Zukunft verstärkt selbst Verantwortung für die Community und die Gesellschaft übernehmen können.

Ort: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. (NGBK), Hof und 1. OG
Zeit: 20 – 22.30 Uhr



5. StreetUniverCity Berlin e.V. (SUB)

Dokumentation, 2009 15:00min

Die StreetUniverCity Berlin e.V. (SUB) ist ein freier Träger für außerschulische Bildung für Jugendliche von 15-25 Jahren. Als Förderer für die Akzeptanz der Straßenkultur initiieren und organisieren wir verschiedene Seminare, Kurse und Workshops, sowie berufsbegleitende und berufsorientierende Weiterbildungsmaßnahmen.

Unser Angebot umfasst Seminare aus den Bereichen Musik, Politik & Gesellschaft, Grafik/Design, Straßenkultur, Theater & Schauspiel, Film, IT Media, Bildende Kunst, Sport, und Sprachen sowie internationale Jugendarbeit. Der Abschluß „SUB Master“ und die Einzelzertifikate belegen die erworbenen sozialen und kreativen Kompetenzen.

Ort: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. (NGBK), Hof und 1. OG
Zeit: 20 – 22.30 Uhr

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6. Let’S! – Seçil Yaylalı

Let’S: Clay animation workshops with young people in Istanbul /Sulukule, Alexandria /El-Max, Berlin /Kreuzberg and Barcelona /El-Borne.

On one hand we talk about globalization on the other hand we are still shaken by the contrasts between different countries – even sometimes in different areas of only one city. Though, to make these differences oblivious can help to realize the importance of social values.

Therefore, the project Let’S was about forming a collective production, solidarity building and self awareness through the process itself.

Selected four cities which are located a long way away from each other. They have no direct connection. Although, the cultures and the geographies are quite different the negative sides are pretty much the same. The selected neighborhoods* are all kind of difficult, disadvantaged, problematic, they cope with the daily violence in different forms and have young people growing up who are not much taken care of or being respected.

In these cities, she collaborated in each case with an association and a social worker who have already worked in that area respectively with a group of young people (between 6-13) as well as with a young artist. These groups invited to a series of workshops where they could learn to create a clay animation short movie completely by themselves, how they can express themselves and tell stories about their environment, their inspirations and how to widen the perception of their own lives through the perception of their surroundings.

Why clay animations? Clay is a rehabilitate material – gettable for everyone. Modeling is a joyful work – it gives a good energy to touch this earthy material. Digital photography is something the young generation is familiar with or curious about to learn. Putting one’s own voices over pictures is very exciting, to organize a group by themselves and distribute their work a new experience. To combine all this with a personal story makes it particular.

The workshops pointed out that the relationship with the youth’s physical environment is very important, though most of the time not being considered seriously before. In using another medium to express themselves has the support on the teenager’s self-development lasting.

What was the experience is that the kind of participation in the and the physical results (raw clay animated movies) of the workshops are completely different as well as the social and psychological findings of them. In each location there are some reflections about specific circumstances and occurrences they deal with. Common was, that the participants were concerned about the relations between people and how they misbehave to each other.

Social and psychological effects of the workshops can only be reviewed in the long term. But  from the very beginning of the workshops until their end the changes of the attitudes of all participants were really visible. Regarding the youth, it looks like a maturing period in their life – they became much more accessible and showed more sence of responsibility to group work.

*Sulukule had been a gipsy neighborhood which had been in the center of Istanbul for more than 1000 years. At the time, the workshops took place there the government had already started to demolish the area to be able to build new settlements. Half of the inhabitants lived in tents then. The others were waiting in their houses for the bulldozers to kick them out of them. All of them has to continue their daily lives.

El-Max is one of the old fishermen villages, located on either sides of a river. As Alexandria is growing up now it comes much closer to the city center. That means an increase of the land prices and the interest of destroying the historical structure. Beside this, the neighborhood is surrounded by chemical factories which is creating an indiscernible chemical air pollution.

Kreuzberg is one of the central districts of Berlin with a big immigrant population who often lives below the poverty line and which has quite different kinds of social problems.

El-Borne is a gentrified area of Barcelona that is very close the city center with a good deal of diverse immigrant population from all over the world.

The collaborators:

Istanbul /Sulukule, Sulukule Platformu; Sulukule Platformu is a volunteer gathering. There are artists, sociologists, academicians and lots of students.

Elif Bursali 
& Ezgi Güner / http://sulukulegunlugu.blogspot.com/

Alexandria /El-Max, Gudran is a structured association that supports the cultural development in different neighborhoods in Alexandria – they work with local communities with a continuous commitment.

Mohamed Ragap & Gözde Öngören
 / http://www.gudran.com/

Berlin /Kreuzberg, Loyal e.V., has two different rooms in different social housing projects in Kreuzberg. They open their flats some hours a week and inviting young people to come and use the facilities.

David Lubensky & Özgür Demirci

Barcelona /El Borne, Convent de Sant Agustí is a cultural association which has diverse facilities for exhibitions, workshops, concerts and a place for the children.

Judith Agulla & Nihal Mumcu
 / http://www.conventagusti.com/

Ort: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. (NGBK), Hof und 1. OG
Zeit: 20 – 22.30 Uhr
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7. KREDIT #1 – Johannes Burr

Kettenfilm, 2006, 20:00min

Das Projekt KREDIT ist ein Versuch,die Bedingungen,unter denen Kunst aus Alltag entsteht,anhand verschiedener sozialer Kontexte und Netzwerke zu untersuchen. Das Mittel dazu ist ein Koffer mit der Aufschrift KREDIT. Darin befinden sich eine Videokamera, Videokassetten und Vertragsvordrucke. Als Banker vergebe ich diesen Kredit an eine Person mit der vertraglichen Auflage, nach spätestens sieben Tagen einer neuen Person freier Wahl den Koffer übergeben zu haben und zusammen mit ihr einen Film zu drehen. Vier Aufgaben sind dabei zu lösen.Nach sieben Personen kommt der Koffer voller Zinsen an Filmmaterial zurück zu mir.Der Mehrwert, der sich dadurch ergibt,sind jedoch nicht nur die Videotapes,die zu einem Kettenfilm zusammen geschnitten werden,sondern soziale Interaktionen,die sonst nicht stattgefunden hätten.
Ort: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. (NGBK), Hof und 1. OG
Zeit: 20 – 22.30 Uhr

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