RÜCKKOPPLUNGEN



Haben Spinnen Hufe? Können Hunde denken?

Ein Projekt zum Verhältnis von Menschen zu Tieren

Von und mit: Aysu Akalin, Cenk Altun, Ismail Bajouk, Henriette Berger, Özge Can, Melike Ceylan, Zeliha Dilber, Afif El-Ali, Dominik Hein, Erik Henze, Jan Herrmann, Hanife Gürkan, Miyase Kara, Mehmet-Ali Kesme, Marlene Kiefer, Kacper Köhler, Raoni Opitz, Aylin Saglik, Rubin Topal.

Konzipiert von: Greta Hoheisel und Mona Jas in Zusammenarbeit mit Martina Multhaup-Gerz und Wolfgang Neubert.

Mit großem Dank an den Arbeitskreis der Blindenführhundehalter des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin e. V.

Eine Zusammenarbeit der Fichtelgebirge Grundschule mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien im Rahmen der Patenschaftsinitiative der Offensive für kulturelle Bildung. Ermöglicht mit Fördermitteln des Projektfonds kulturelle Bildung 2010 im Bezirk Friedrichshain – Kreuzberg.

Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Raum der Patenschaften
Mariannenplatz 2
10997 Berlin

Öffnungszeiten:
Zugang zum Raum in der Regel täglich: 12 – 18 Uhr
Gruppen bitte mit Voranmeldung Tel.: 030/90298-1454



Mein lokales Modell

Im Projekt Mein lokales Modell wird eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern künstlerische Abbildungsweisen ihrer eigenen Wirklichkeit erarbeiten und sie im Vergleich zum Architekturmodell des Bezirks Kreuzberg im Kreuzberg Museum und seinen historischen Dokumenten betrachten und diskutieren. Anschließend werden diese Wirklichkeitsabbildungen in das Modell eingefügt. Die Ergebnisse des Projekts werden im Kreuzberg Museum in einer Ausstellung präsentiert.

Eröffnung: 2.7.2010, 17 Uhr, Ausstellung: 3.7.-1.8.2010; Öffnungszeiten: Mi bis So, 12-18 Uhr

Mein Lokales Modell ist ein Satellitenprojekt der KünstlerInnen Oscar Ardila und Katja Sudec in Zusammenarbeit mit SchülerInnen der Nürtingen-Grundschule in Berlin-Kreuzberg.

Ort: Kreuzberg Museum
Adalbertstraße 95, 10999 Berlin
www.kreuzbergmuseum.de



StreetUniverCity Berlin e.V. – eine soziale Skulptur

Die StreetUniverCity Berlin e.V. (SUB) ist ein freier Träger für außerschulische Bildung für Jugendliche von 15-25 Jahren. Als Förderer für die Akzeptanz der Straßenkultur initiieren und organisieren wir verschiedene Seminare, Kurse und Workshops, sowie berufsbegleitende und berufsorientierende Weiterbildungsmaßnahmen.

Unser Angebot umfasst Seminare aus den Bereichen Musik, Politik & Gesellschaft, Grafik/Design, Straßenkultur, Theater & Schauspiel, Film, IT Media, Bildende Kunst, Sport, und Sprachen sowie internationale Jugendarbeit. Der Abschluß „SUB Master“ und die Einzelzertifikate belegen die erworbenen sozialen und kreativen Kompetenzen.

Ausstellung von Workshop-Ergebnissen

Ort: Café der Naunynritze
Naunynstrasse 63, 10997 Berlin
Zeit: Freitag 15-20 Uhr, Samstag 16-18 Uhr

www.streetunivercity.de

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Visionsbox

Im Projekt Visionsbox werden Schülerinnen und Schüler zu „Wirklichkeitsdetektiven“. Sie untersuchen Kunstwerke der 6. Berlin Biennale und anschließend die verschiedenen Realitäten des eigenen Stadtviertels mit dem Ziel, Veränderungsmöglichkeiten aufzuspüren. Die Ergebnisse dieser ästhetischen Recherche werden in „Visionsboxen“ inszeniert. Diese werden im Kreuzberg Museum in einer Ausstellung präsentiert.

Eröffnung: 2.7.2010, 17 h, Ausstellungsdauer: 3.7.-1.8.2010; Öffnungszeiten: Mi bis So, 12-18 h

Visionsbox ist ein Satellitenprojekt der KünstlerInnen Susann Bartsch und Anita Šurkić in Zusammenarbeit mit SchülerInnen der Nürtingen-Grundschule in Berlin-Kreuzberg.

Ort: Kreuzberg Museum
Adalbertstraße 95, 10999 Berlin
www.kreuzbergmuseum.de



Werkzeug Wahrnehmung – Ein Spaziergang zwischen Führung und Eigenversuch

von Birgit Binder und Jovana Komnenić in Zusammenarbeit mit Silja Korn, Dirk Sorge und Anja Winter

Ein etwa 1,5stündiger Spaziergang mit sehbehinderten und sehenden Künstlerinnen und Künstlern, der durch Gespräche und praktische Aufgaben zu den Werken der 6. Berlin Biennale und in den Kreuzberger Kiez führt Das Projekt geht von der Idee der Wahrnehmung als Werkzeugkasten aus, aus dem häufig ausschließlich die bekannten Werkzeuge genutzt werden, um die Welt zu konstruieren und sich in ihr zu orientieren. Die Frage nach der Wirklichkeit führt in diesem Projekt zurück zur persönlichen Wahrnehmung.

Termin:  2.7.2010, 16 Uhr

Teilnahme: 2,50 EUR, Anmeldung: visit@berlinbiennale.de Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Treffpunkt: Dresdener Straße 14

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Zu den Satellitenprojekten

Ein Teil der Kunstvermittlung der 6. Berlin Biennale fand in Form von so genannten Satellitenprojekten statt, die im Rahmen eines Seminars von Claudia Hummel im Masterstudiengang ‚art in context’ am Institut für Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin von dort studierenden KünstlerInnen entwickelt wurden. Fünf Projekte umkreisten die 6. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, empfingen und reflektierten ihre Botschaften und sendeten Reaktionen zurück. Ihr Ziel war, die Ausstellung aus lokaler und individueller Perspektive zu betrachten, zu erproben, zu befragen und auch gegenzulesen.

Wie wirkt eine Ausstellung in einem spezifischen lokalen Kontext? Wie nah an der eigenen Lebenswelt ist das, was in der Ausstellung gezeigt wird, und wie relevant sind die künstlerischen Arbeiten für die Situation am Ort, für die Menschen, die hier leben?

Verändert sich die lokale Perspektive nach einer Begegnung mit Werken der Ausstellung? Oder sind die Inhalte der Ausstellung im Gegensatz zu dem, was sie an Kaufkraft, Wertsteigerung und Aufregung ins Stadtviertel bringt, eher irrelevant? Die Satellitenprojekte suchten nach lokalen Resonanzen und machen eine Art reality-check mit einer Ausstellung, die nach der Wirklichkeit fragte.

Die KünstlerInnen Oscar Ardila, Susann Bartsch, Birgit Binder, Jovana Komneni´c, Anita S˘urki´c , Katja Sudec und Valentina Sartori arbeiteten dabei mit lokalen KooperationspartnerInnen. Zur Mitarbeit eingeladen waren u.a. SchülerInnen der Nürtingen-Grundschule in Berlin Kreuzberg aufgrund ihrer lokalen Expertise. Für eine aktuelle Bestandaufnahme ihres Lebensraums fotografierten sie denselben im Projekt „Mein lokales Modell“ von Oscar Ardila und Katja Sudec, collagierten unter Verwendung von Material von KünstlerInnen der 6. Berlin Biennale wie Michael Schmidt und brachten diese neuen Bildwerke in ein städtebauliches Modell des Stadtviertels im Kreuzberg Museum ein. Ihre Visionen für den Stadtteil formulierten SchülerInnen zusammen mit Susann Bartsch und Anita S˘urki´c in so genannten „Visionsboxen“, modellhaft eingerichteten Pappboxen, die durch einen Türspion eingesehen werden konnten. Von öffentlichen Boxkämpfen über den Himmel voller rosa Wolken bis hin zu hungernden Katzen und einer Gesellschaft, die fernsehsüchtig geworden war, reichte das Spektrum der Blicke nach vorn. Auch diese Einblicke wurden in Form einer Ausstellung im Kreuzberg Museum präsentiert.

Mit einem Fokus auf Kunstbetrachtung, Wahrnehmung und daraus resultierender Wirklichkeitskonstruktion beschäftigten sich die Projekte „Werkzeug Wahrnehmung“ und „With re(guards)“. Birgit Binder und Jovana Komneni´c kooperierten mit den KunstvermittlerInnen und KünstlerInnen Anja Winter, Dirk Sorge und Silja Korn, aufgrund ihrer spezifischen Perspektive auf die Ausstellung, weil sie diese nicht mit den Augen sehen konnen. Es entstanden gemeinsam erarbeitete performative Spaziergänge rund um den Oranienplatz und in der Ausstellung für Schulklassen und auch ein interessiertes erwachsenes Publikum, welche sich zwischen Führung und Eigenversuch den Werkzeugen unserer Wahrnehmung widmeten.

Valentina Sartori hingegen hatte sich jenen Personen zugewendet, die die Ausstellung überdurchschnittlich lange betrachteten, den Aufsichtkräften (guards). Diese setzen sich aus Studierenden unterschiedlicher Fachbereiche zusammen, die auf der Basis ihrer „Langzeitrezeption“ aufgefordert waren, eigene dingliche Kommentare zu Werken und Situationen der Biennale zu erstellen. Performatve Interventionen, künstlerische Installationen „von Kunst aus“ sowie kritische Kommentare zu den Arbeitsbedingungen einer Aufsichtskraft wurden so, inspiriert von künstlerischen Arbeiten der Biennale, formuliert.

Eine Fortsetzung von Kunst beinhaltete auch das fünfte Projekt „Resonanzessen“. In Kreuzberg wohnende Personen waren zu Abendessen eingeladen, welche sich geschmacklich und formal auf eine künstlerische Arbeit der Ausstellung bezogen. Katja Sudec, die Initiatorin des Projekts, versuchte so Gespräche über Kunst durch eine synästhetische Übersetzung zu unterstützen.

Dokumentiert und vorgestellt wurden diese individuellen Reflexionen und auch dinglichen Kommentare zur Ausstellung in einem ehemaligen Ladenlokal in der Nähe des Kreuzberger Ausstellungsortes, der für die Dauer der Biennale zum Raum der Satellitenprojekte geworden war.

Ergänzt wurden die in den Projekten formulierten Perspektiven durch eine Reihe von „Kiezgesprächen“, die ebenfalls von KünstlerInnen des Instituts für Kunst im Kontext organisiert und moderiert wurden. Zu diesen wurden Kreuzberger Initiativen eingeladen, die Biennale zu besuchen, um anschließend in einem öffentlichen Gespräch das Gesehene und Erfahrene mit ihren eigenen Perspektiven zu kommentieren und eventuell auch gegenzulesen.

U.a. Mitglieder und Freunde des Vereins Amarodrom e.V., einer Initiative junger Sinti und Roma, sowie einige AktivistInnen der Regenbogenfabrik diskutierten so über Werke von Markus Geiger, Adrian Lohmüller, Petrit Halilaj, Hans Schabus und stellten diese Werke und Beobachtungen ihren eigenen Haltungen und Erfahrungen z.B. über die Unverletzlichkeit des Hauses, das Leben ohne Duldungsstatus, die Instandbesetzungen von Kreuzberger Immobilien und den eigenen Ideen für ein dringend anstehendes gesellschaftliches Umdenken gegenüber.

Die Satellitenprojekte, gefördert vom Projektfonds Kulturelle Bildung, der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung Brandenburger Tor stellten so eine Möglichkeit her, Formate experimenteller, künstlerischer Kunstvermittlung zu erproben. Einige der gemachten Erfahrungen werden nun von den beteiligten KünstlerInnen im Rahmen ihrer Masterarbeiten reflektiert.

Claudia Hummel, Stand 4.10.2010